Wenn Kinder zurückkommen sollten Eltern Regeln aufstellen

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist voller Widersprüche. Zum einen wird von Eltern bedingungslose Liebe erwartet und dass sie ihren Kindern ein beschütztes Heim bieten. Zum anderen sollen sie ihren Kindern helfen, flügge zu werden, sie auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Wenn die Kinder dann wirklich ausziehen, fühlen viele Eltern erst einmal eine Leere, die mit neuen Lebenszielen gefüllt werden muss. Doch so richtig schwierig wird es oftmals erst, wenn die Kinder anschließend wieder zurückkehren. Das hat eine Studie der London School of Economics (LSE) über die sogenannte „Bumerang-Generation“ ergeben.

Für ihre Studie analysierten die LEC-Wissenschaftler Dr. Marco Tosi und Prof. Emily Grundy die Lebensqualitäts-Werte von 99.000 Eltern in 17 Ländern im Rahmen einer Umfrage zu Gesundheit, Alter und Ruhestand in Europa (2007-2015). Unter den Befragten waren 1070 „Bumerang“-Haushalte.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die empfundene Lebensqualität um 0,8 Punkte sinkt, wenn ein Kind wieder ins Elternhaus zurückkehrt. Das ist ein massiver Einbruch. Zum Vergleich: Dieser Wert wird auch dann erreicht, wenn altersbedingte Krankheiten die Mobilität stark einschränken oder sich Menschen ohne fremde Hilfe nicht mehr waschen und anziehen können. Allerdings hat eine Rückkehr nur dann diesen negativen Effekt, wenn die Eltern schon länger wieder alleine lebten und keine anderen Kinder mehr im Haushalt wohnten.

Lässt sich das Problem vermeiden? Carsten Albrecht, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Leitender Oberarzt der BetaGenese Klinik GmbH in Bonn, rät: „Vor einem erneuten Zusammenziehen sollten unbedingt klare Regeln aufgestellt werden, beispielsweise wer welchen Beitrag zum Haushalt leistet. Und ganz wichtig: Probleme müssen sofort angesprochen werden.“

Mehr über die Studie erfahren Sie in einem Artikel des Magazins „Stern“.

Ein Gespräch kann helfen, Probleme zu benennen und gemeinsam eine Lösung für den Alltag zu finden.