Phobien – Ängste, die unser Leben beherrschen

Angst vor der Dunkelheit, Angst vor großen Plätzen, Angst vor Spinnen – welche Angst wir auch immer spüren, sie belastet uns. Sie schnürt uns die Kehle zu und lähmt uns. Doch Angst hilft uns auch: Sie mahnt uns zu Vorsicht, erhöht unsere Aufmerksamkeit und lässt uns schneller auf Gefahren reagieren. Ein gesundes Maß an angstbedingter Achtsamkeit schützt uns im Alltag.

Doch es gibt auch andere Ängste, sogenannte Phobien, die ihren Schutzmechanismus verloren haben und leicht in eine Angst- und Panikstörung übergehen können. Phobien sind Ängste, ausgelöst durch bestimmte Objekte oder Situationen, die andere Menschen nicht unbedingt als bedrohlich oder beängstigend empfinden. Die Psychologie kennt – man mag es kaum glauben – weit mehr als 600 verschiedene Phobien. Zu den bekannten Phobien zählen: Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) oder weiten Plätzen (Agoraphobie), Angst vor der Höhe (Akrophobie), Angst vor Menschenmassen (Enochlophobie), Angst vor Fremden (Xenophobie), und Angst vor Dunkelheit (Lygophobie). Allein in Deutschland leiden geschätzt 15 Prozent der Bevölkerung unter Phobien und Angststörungen. Regelmäßig sind damit auch körperliche Symptome wie Zittern, Erröten, Schwitzen, Magen- und Darmprobleme sowie Herzbeschwerden oder Sehbeeinträchtigungen verbunden.

Die Betroffenen versuchen oft, Situationen und Umstände, die ihre bekannten Ängste und das Unwohlsein auslösen, gezielt zu vermeiden. Je nach Schweregrad der Angstausprägung kann dieses Verhalten den Alltag und das soziale Miteinander stark beeinträchtigen. Carmen Fargel, Chefärztin der privaten BetaGenese Klinik GmbH in Bonn: „Eine Phobie muss behandelt werden, wenn sie den Alltag belastet oder einschränkt. Wer unter seinen phobischen Ängsten leidet, soziale Beziehungen aufgibt oder vor allem ein zunehmendes Vermeidungsverhalten zeigt, sollte unbedingt einen Arzt oder Psychotherapeuten um Rat fragen.“

Eine gute Nachricht: Fast alle Phobien lassen sich mit Psychotherapie – vor allem Verhaltenstherapie und Expositionstraining – gut in den Griff bekommen.

Welche Ängste gibt es und wie heißen sie? Hier finden Sie eine Antwort.