Cinetherapie

Cinetherapie als Weg zum Selbst

Wohl kein anderes Medium führt uns so schnell und tief in unser Innerstes wie der Film. Mit nahezu allen Sinnen gleichzeitig, spricht er uns im Kopf und Herz an und öffnet, dem Traum ähnlich, zugleich ein Fenster zur Seele. Der Film macht sich dabei die menschliche Neugier und die innere Notwendigkeit nach Verwandlung zunutze und ermöglicht dem Betrachter Erlebnisprozesse, die nicht nur dessen bewusste Einstellungen, Haltungen und Gedanken, sondern auch das eigene Unbewusste zum Erscheinen bringen. Filme eröffnen Zugänge zu den Grundkomplexen des Lebens, stellen dem Zuschauer dessen existentielle Themen, Ausformungen, Wendungen und Konflikte zum Erleben bzw. Durchleben bereit und ermöglichen dergestalt Einsichten in die Geheimnisse des eigenen Seelenlebens und das Anderer.

„Das Faszinierende an Filmen ist es, den Zuschauer in eine Position zu versetzen, aus der er niemals zuvor die Welt betrachtet hat.“

Alex de la Iglesias

Eben dieser Prozess steht im therapeutischen Fokus der Cinetherapie, die sich in der BetaGenese Klinik als Therapieangebot vorrangig an die Patienten der Jugend- und Transitionspsychiatrie richtet und das Spektrum an therapeutischen Interventionsmethoden erweitert. Im gruppentherapeutischen Setting ermöglicht die Schau von Spielfilmen, einen gemeinsamen dynamischen Prozess des Erlebens und Verstehens zentraler Lebensthemen und einen Transfer zu den eigenen relevanten (Therapie-)Themen. Vor dem Hintergrund, dass der Film vom Zuschauer stets auch verlangt, Gefühle und Eindrücke zu präzisieren sodass es zur Überschneidung mit dem jeweils eignen Erfahrung- und Denkhorizont kommt, lässt sich eine große Vielfalt existentieller wie therapeutisch relevanter Themen in den Prozess einspeisen und mit den Patienten durcharbeiten: Jugend und Erwachsenwerden (Coming of Age), Umgang mit Gefühlen wie Liebe, Angst, Wut, Trauer und Verlust, Freundschaft, Kommunikation, Konflikte und Konfliktlösung, Tod und Sterben, familiäre Bindungen, Beziehungsdynamik.

Die in der Cinetherapie eingesetzten Filme unterstützen die Patienten beim Ergründen von Denkmustern, stellen den Kontakt zu unterdrückten Gefühlen her, veranschaulichen wichtige Wirkmechanismen der Psyche, offerieren Rollenvorbilder, geben Orientierung in lebenswichtigen Fragen und Werten und tragen zur Klärung von Beziehungsthemen bei. Zudem unterstützen sie die Verarbeitung eigener Krisen und Konflikte, vermitteln Einsichten in eigene und fremde Verhaltensweisen, sensibilisieren vor allem auch für die Gefühle und Vorstellungen von Anderen (Theory of Mind) und helfen beim Entwickeln von Problemlösungsstrategien.

Cinetherapie an der BetaGenese Klinik erklärt von Guido Brang

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