Angststörung

Ohne Angst wäre uns das Überleben als Spezies schwer gefallen. Sie ist eine wichtige Funktion des menschlichen Körpers, indem sie uns vor Gefahren warnt und die Körperfunktionen aktiviert. Bereits im lateinischen Wortstamm “Angus”, was Enge bedeutet, ist die vorwiegende Körperempfindung benannt – wenn wir Angst haben, dann machen wir uns körperlich eng.

Bei der Angst- und Panikstörung sind die auftretenden Ängste aber dysfunktional geworden. Sie hindern uns im Handeln, Denken und Erleben. Kontrollverluste, Rückzugs- und Vermeidungsverhalten, Panikattacken oder Lähmungen treten auch dann auf, wenn keine reale Gefahr besteht. Dann kann eine Angst- und Panikstörung vorliegen.

Ursachen einer Angst- und Panikstörung

Um die Ursachen einer Angst- und Panikstörung verstehen zu können, müssen drei Formen von Ursachen erfasst werden. Zum einen die Anfälligkeit für eine Angst- und Panikstörung. Nicht jeder Mensch entwickelt nach einem erschütterndem Ereignis oder einer bereits erlebten Panikattacke eine Angst- und Panikstörung. Jedoch sind manche Menschen besonders Anfällig für die Entwicklung einer Angst- und Panikstörung. Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Anfälligkeit für eine solche Störung oft biologischer Natur ist. Betroffene weisen häufig Veränderungen im vegetativen Nervensystem auf. Auch Erziehungseinflüsse oder belastende Erfahrungen in der frühen Kindheit können zu einer Anfälligkeit beitragen. Neben der Anfälligkeit tragen Auslöser zu einer Entwicklung der Krankheit bei. Damit kann z.B. ein Unfall, Todesfall oder jede Art von großer Veränderung im Leben gemeint sein, die als überfordernd betrachtet wird. Doch auch alltägliche Stresssituationen, bei welchen körperliche Reaktionen, wie Herzrasen oder Schweißausbrüche einhergehen, können über einen langen Zeitraum mit stärkeren Reaktionen des Körpers, wie Schwindel, Engegefühlen, Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Atemnot korrelieren. Wiederholen sich durch Stress entstandenen Reaktionen, so kann sich eine Angst- und Panikstörung entwickeln.
Vermeidung oder Angstgedanken bewirken letztendlich, dass der Betroffene sich in einem Teufelskreis befindet, der ohne eigene Kraft kaum überwunden werden kann.

Symptome einer Angst- und Panikstörung

Die Symptome einer Angst- und Panikstörung lassen sich in psychische und physische Beeinträchtigungen einteilen. Die Symptome psychischer Natur äußern sich in Form von übermäßiger gedanklicher Beschäftigung mit Ängsten, Vermeidungsverhalten, gedrückter Stimmung oder Gereiztheit sowie der Beeinträchtigung der Lebensführung durch Ängste. Als physische Symptome können Engegefühle, Herzrasen, Schweißausbrüche, Panik, Zittern, Schwindel, Atemnot, Kurzatmigkeit bis hin zu Erstickungsgefühlen, Hitzewallungen und Kälteschauer, Kribbeln der Haut oder Finger, Taubheitsgefühle, Übelkeit, Unruhe. Bauchschmerzen und Würgereize auftreten.

Behandlung von Angst- und Panikstörungen

In einem einfühlsamen Gespräch können wir eine Angst- und Panikstörung sehr schnell erkennen und diagnostisch eingrenzen. Verschiedene diagnostische Unterkategorien werden je nach Umfang, Auslöser und Anzahl der vorhandenen Symptome vergeben. Ebenso wird eine Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen vorgenommen, sowie die Komorbidität zusätzlicher Störungen untersucht.

Mit unserem integrativen und multimodalen Ansatz haben wir in der Behandlung von Angst- und Panikstörungen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Behandlung in unserem Haus wirkt auf verschiedenen Ebenen und behandelt sowohl die auslösenden Faktoren, als auch die körperlich-seelischen Funktions- und Regulationsprozesse, welche im Rahmen einer Angst- und Panikstörung meist aus dem Gleichgewicht geraten sind:

  • Stärkung der Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstberuhigung durch Atemtherapie und Biofeedbackverfahren
  • Wiederherstellung von Selbstwahrnehmung und Körperkontrolle durch körperpsychotherapeutische Verfahren
  • Förderung der Fähigkeit zur Entspannung durch Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren
  • Traumatherapeutische Ansätze zur Integration früher Erfahrungen
  • Gesprächstherapien zur Stützung der notwendigen kognitiven und emotionalen Verarbeitung

Auch wenn sich die Symptome bei Angst- und Panikstörungen bei den Betroffenen ähneln und die Behandlung generelle Elemente aufzeigt, so ist doch jeder Mensch in seiner Betroffenheit ganz individuell und speziell. Unser Ziel ist es immer wieder das für Sie Passende zu finden um Sie wieder zu einem gesunden Umgang mit Angst zu geleiten.