Depression

Wer an einer Depression erkrankt, leidet in jedem Fall unter einem ausgeprägten und anhaltenden Stimmungstief, aus dem er sich in der Regel nicht selbst befreien kann. Sie unterscheidet sich von den “normalen“ Gefühlen der Erschöpfung und Trauer, die als Reaktion auf Lebensalltag und Lebensereignisse entstehen und die jeder schon einmal erlebt hat. Diese vergehen meist, sobald die auslösenden Umstände verändert oder verarbeitet sind, wie zum Beispiel Überforderungssituationen, Verluste oder Erkrankungen.
Eine unbehandelte Depression hält dagegen oft trotz vieler Bemühungen an.

Ursachen einer Depression

Die Ursachen einer Depression können sehr unterschiedlich und auch völlig unabhängig von äußeren Auslösern sein.
Inzwischen kann davon ausgegangen werden, dass es während einer längeren Depression zu biochemischen Veränderungen in unserem Gehirn kommt. Diese führen dazu, dass sich Botenstoffe, wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin nicht mehr im passenden Gleichgewicht befinden und es zu Regulationsstörungen im Hirnstoffwechsel kommt.
Hier scheint es allerdings große Unterschiede bei den Betroffenen zu geben, so dass noch von keiner einheitlichen Verursachung ausgegangen werden kann.

Symptome einer Depression

Als typische Symptome einer Depression empfinden Betroffene eine quälende Stimmungsverschlechterung und meistens einen ihnen unbekannten Antriebs- und Energieverlust. Sie haben Zukunftsängste, verspüren Leere und Hoffnungslosigkeit, neigen zu fruchtlosem Grübeln und haben jegliche Freude an ihren vorherigen Interessen verloren. Weitere Symptome einer Depression betreffen vitale Funktionen wie Schlaf, Appetit, Libido oder das Magen-Darmsystem.
Überhaupt sind körperliche Beeinträchtigungen mit Kopfschmerzen, Druckgefühlen oder Herzbeschwerden häufig. Auch Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit sind oft betroffen.
Häufig ist die seelische Befindlichkeit besonders nach dem Aufwachen und am Morgen sehr schlecht. Nicht jede Depression hat das gleiche Erscheinungsbild. Bei manchen Menschen überwiegt eine reduziert-gehemmte Symptomatik mit Antriebs-und Sprachlosigkeit, sie sind überwiegend müde und ziehen sich von ihren Mitmenschen komplett zurück, andere wiederum sind rastlos, gequält, unruhig und suchen ständig hilfesuchend Kontakt.
Bei einer weiteren Form stehen die körperlichen Beschwerden und Befürchtungen im Vordergrund.
Ist eine depressive Erkrankung sehr schwer, fehlt jegliche Hoffnung und es kann zu lebensmüden Gedanken und Handlungen kommen.

Diagnose und Behandlung einer Depression

Die Depression gehört in Deutschland und vielen anderen Ländern neben Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Bis zu 20% der Bevölkerung erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine depressive Episode, jede Altersgruppe kann betroffen sein.
Dennoch wird sie oft erst sehr spät festgestellt, depressive Menschen müssen teilweise sehr lange warten bis ihre seelische Erkrankung richtig diagnostiziert und eine geeignete sowie vor allem individuelle Behandlung der Depression begonnen wird.

Hier gibt es inzwischen differenzierte, effektive Therapien, die zum überwiegenden Teil zu sehr guten Heilungserfolgen führen.
Wesentliche Bausteine zur Behandlung einer Depression sind intensive psychotherapeutische und medikamentös antidepressive Interventionen sowie körper-und erlebnisorientierte Verfahren, immer unter spezieller Berücksichtigung des einzelnen Patienten und seiner Lebenssituation.
Es gilt die passenden Medikamente zu finden, um die Botenstoffe im Gehirn durch unterschiedliche Wirkmechanismen wieder zu regulieren, zudem eine Vertrauen und Hoffnung spendende Beziehung zum depressiven Menschen aufzubauen und die geeigneten therapeutischen Angebote für ihn zu finden. Dieses kann, je nach Schweregrad der Depression und persönlicher Lebenssituation entweder ambulant oder besser teil- sowie vollstationär stattfinden.