Kreativ-Therapien: WHO-Bericht belegt, Musik und Bewegung sind gut für die Seele

Kreative Beschäftigung tut der Seele gut. Das beweist ein aktueller Bericht des WHO-Regionalbüros für Europa, basierend auf mehr als 900 Publikationen. Dieser Bericht ist die bislang umfassendste Untersuchung, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Kunst und Gesundheit befasst. „Dass zum Beispiel Tanz, Musik und Kunst sich positiv auf die Stimmung auswirken, ist seit langem bekannt“, erklärt Petra Grau, die als Diplom-Musiktherapeutin und künstlerische Therapeutin in Drama- und Theatertherapie in der Beta Genese Klinik in Bonn arbeitet. „Vertraute Musikstücke etwa können helfen, schöne Erinnerungen wieder zu wecken und damit positive Empfindungen zu erzeugen.“

Musik hilft Demenzkranken

Mehr noch: Der Bericht der WHO belegt, wie die Künste sogar zur Bewältigung von schwierigen psychischen Problemen oder auch zur Behandlung von schweren physischen Erkrankungen beitragen können. Untersucht wurden unter anderem kreative Aktivitäten und ihr Beitrag zur Förderung der Gesundheit, zur Vorbeugung von Krankheit, zur Bewältigung und Behandlung physischer und psychischer Erkrankungen. Das Ergebnis: Die positiven Einflüsse sind über das ganze Lebensalter wirksam. So kann Musik beispielsweise die kognitiven Fähigkeiten von Demenzkranken unterstützen. Der Bericht gibt auch Hinweise, dass einige künstlerische Aktivitäten sich nicht nur positiv auf Geist und Seele auswirken, sondern auch kostengünstiger als herkömmliche Behandlungsmethoden sein können. Die Studie erwähnt auch, dass einige Länder schon ernsthaft prüfen, ob künstlerische und gesellige Aktivitäten nicht im Rahmen der primären Gesundheitsversorgung verschrieben werden sollten.

Integrativer Behandlungsansatz mit unterschiedlichen Therapien

In der BetaGenese Klinik wird seit langem ein integrativer Behandlungsansatz mit unterschiedlichen Kreativ- und Bewegungstherapien verfolgt und im Therapiealltag aktiv gelebt. „Kreativ- und Spezialtherapien unterstützen unsere Patienten dabei, ihre inneren und zum Teil auch unbewussten Konflikte sowie Ressourcen auf non-verbale Weise hörbar werden zu lassen“, erklärt Petra Grau. „Sie ergänzen die psycho- und bewegungstherapeutischen Einheiten und sind ein Angebot, mit dem in der Privatklinik in Bonn Problembereiche, Ängste und Emotionen auf kreativ-spielerische, musikalische oder gestalterische Art und Weise im ständigen Wechselprozess mit der verbalen Sprache aufgearbeitet und verarbeitet werden können.“

Emotionen werden sicht- und hörbar

So erfahren die Patientinnen und Patienten in der Kunsttherapie mit unterschiedlichsten Medien und Materialien Möglichkeiten, sich gestalterisch auszudrücken. Im gestalterischen Teil hilft die Kunsttherapie auf nicht-sprachliche Art und Weise dabei, unbewusst Verborgenes zu zeigen und Unbekanntes, Unausgesprochenes mit der Sprache der Kunst zum Vorschein zu bringen. Auch hier findet wieder ein Wechselprozess zwischen Worten und Gestaltung statt. Künstlerische Begabung spielt dabei keine Rolle, sondern nur der individuelle gestalterische Prozess. In der Musiktherapie werden hingegen Instrumente, Töne und Klänge für die Bearbeitung und das „hörbar werden“ von Konflikten, Unbewusstem und Emotionen genutzt. Musik überwindet psychische Barrieren oftmals besser als Worte und bewirkt nachhaltigere Effekte.

Die Theater- und Dramatherapie verbindet in der Darstellung sowohl Aspekte der Psychotherapie als auch des Schauspiels. Im spielerischen Prozess lernen die Patienten durch das Ausprobieren von Rollen, neuen Handlungsoptionen und Emotionen im geschützten Raum des Theaterspiels neue Wege zu sich und ihrer ganz persönlichen Situation kennen. Dazu Petra Grau, die neben der Musik- auch die Dramatherapie anbietet: „Die Patienten können in der Therapie experimentieren, in Rollen schlüpfen, Verhaltensweisen und Positionierungen ausprobieren, ohne sich dabei real in die Situation begeben zu müssen.“

Hier erfahren Sie mehr zur Studie der WHO.

Foto: Charlotte Noelle auf unsplash.