Expertenrat: Wie kann ich meine guten Vorsätze für 2020 umsetzen?

Mehr Zeit für die Familie, weniger Stress, weniger Geld für Unnützes ausgeben, Gewicht verlieren, sich bewusster ernähren – haben auch Sie gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Rund 40 Prozent der Deutschen nehmen sich zum Jahreswechsel nach einer Umfrage von Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit vor, im kommenden Jahr etwas besser zu machen. Doch viele scheitern schon nach kurzer Zeit mit ihrem Vorhaben.

Erreichbare Ziele setzen

Wie gut tun uns „gute“ Vorsätze eigentlich? Wie kann man es schaffen, sie umzusetzen? Carsten Albrecht leitender Oberarzt in der BetaGenese Klinik, Privatklinik für interdisziplinäre Psychosomatik und Psychiatrie in Bonn: „Nach den ersten positiven Erfolgen ist man anfangs euphorisch, doch dann verfallen die meisten schnell wieder in alten Gewohnheiten. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.“ Doch die gute Nachricht: Wer sich im Vorfeld intensive Gedanken macht, was und wie er Dinge verändern möchte, kann es schaffen.

„Wenn ich etwas verändern will, muss ich vor allem wissen, warum ich Dinge tue“, ist der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie überzeugt. Sich selbst mehr Raum zu geben und bewusst zu reflektieren, hilft dabei, den Gründen auf die Spur zu kommen und besser gegenzusteuern. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Außerdem sollten diejenigen, die das neue Jahr mit guten Vorsätzen beginnen wollen, sich erreichbare Ziel setzen. Denn sonst ist der Frust des Scheiterns vorprogrammiert. Sehr hilfreich kann es dabei sein, sich kleine Zwischenziele zu setzen und sich so seinem Ziel Schritt für Schritt zu nähern. „Erreichte Teilziele, für die Sie sich belohnen sollten, geben Kraft, weiterzumachen“, sagt Carsten Albrecht.

Carsten Albrecht gibt Tipps, wie Neujahrsvorsätze gesund und einfach eingehalten werden können.

Im Vorfeld sollten Sie, auch zu überlegen, welche Maßnahmen zu einem wirklich passen. Welcher Typ sind Sie? Wenn Sie noch nie gerne Salat gegessen haben, warum sollte ihn jetzt mögen? Oder Sie sind noch nie freiwillig gejoggt, warum sollte es Ihnen jetzt plötzlich Freude machen? „Suchen Sie sich lieber gesunde Nahrungsmittel, die Sie gerne essen, oder die Bewegung, die Ihnen liegt“, rät der Carsten Albrecht. „Dann fällt Ihnen das Durchhalten leichter.“

Rückfälle sind erlaubt

Außerdem sollte sich jeder mental auf Schwierigkeiten auf dem Veränderungsweg einstellen. Denn jede Veränderung erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen. „Doch wenn Sie Rückfälle im Vorfeld einkalkulieren, sind sie nicht von sich enttäuscht und haben ausreichend Kraft, um eventuelle Krisenmomente zu überwinden“, sagt Carsten Albrecht. „Ausrutscher sind absolut menschlich und erlaubt! Wichtig ist nur, dass man das Ziel nicht aus den Augen verliert.“

Titelbild: Danil Aksenov aus Unsplash.