Medienkompetenzerwerb – Unterstützung beim richtigen Umgang mit Medien

Instagram, Pinterest und auch Facebook – sie alle sind voll von Bildern, Videos und Informationen, die mit Freunden und den eigenen Followern geteilt werden. Doch die schöne heile Social-Media-Welt birgt Risiken und Gefahren, die junge Menschen nicht sehen oder auch nicht einschätzen können. Für Angelika Rieck, Oberärztin in der BetaGenese Klinik in Bonn, bedeutet dies, dass Eltern ihren Kindern frühzeitig den richtigen Umgang mit Medien beibringen und sie beim Kennenlernen der Online-Weiten ein Stück weit leiten und unterstützen müssen.

„Die Schwierigkeit für Eltern und Erziehungsberechtigte heutzutage besteht darin, mit dem Social-Media-Wissensdurst der Jugend mithalten zu können. Für Jugendliche sind soziale Medien Pflicht, um mit Gleichaltrigen mithalten zu können und nicht ausgegrenzt zu werden,“ beschreibt Angelika Rieck einen Aspekt. „Die ältere Generation hingegen teilt diese Begeisterung nicht und möchte zum Teil lieber gar nichts davon wissen.“ Ein großer Denkfehler, wie die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie weiß.

Soziale Medien gemeinsam erkunden

Junge Menschen haben häufig noch kein Gefühl für ihre Privatsphäre. Dass sie auch Menschen mit niederen Beweggründen ein Informationsangebot offenbaren, ist ihnen oft nicht bewusst. „Hier ist es wichtig, mit den Heranwachsenden die jeweiligen Medien-Kanäle und deren Privatsphäre-Einstellungen zu besprechen und ihnen klar zu machen, was ‚Öffentlichkeit‘ im Internet wirklich bedeutet,“ so Angelika Rieck weiter. Ein Medienverbot hält die Ärztin nicht für sinnvoll. „Verbote machen das Untersagte noch spannender und führen dazu, dass die Jugendlichen mit dem Medium alleingelassen werden. So kann kein gesundes Verständnis für den richtigen Umgang mit dem Internet entstehen und Gefahren bleiben zu lange unbeachtet,“ führt Angelika Rieck weiter aus.

Angelika Rieck im Gespräch mit einer jungen Patientin. Auch der gesunde Umgang mit sozialen Medien kann Thema einer Therapiestunde sein.

Medienkompetenz bedeutet für Angelika Rieck und Ihre Kolleginnen und Kollegen der BetaGenese Klinik, dass ein Erwachsener der Jugend immer einen Schritt vorauseilen sollte, um sie vor den negativen Seiten schützen zu können. „Hierzu ist ein grundlegendes Verständnis für aktuelle Social-Media-Trends notwendig, um den jungen Menschen vermitteln zu können, dass ihnen auch bei Online-Problemen einen Ansprechpartner zur Seite steht.“

Die Auswirkungen mangelnder Medienkompetenz auf die Psyche

Für die Patientinnen und Patienten der Transitions- und Jugendlichen-Psychosomatik und -Psychiatrie in Bonn sind soziale Medien oft ein Thema. Einige von ihnen leiden unter den psychosomatischen Folgen von Cybermobbing. „Stress, Alpträume, Angst, Schlafstörungen und sogar Depressionen können hier entstehen und müssen ganzheitlich behandelt werden,“ erklärt Angelika Rieck. „In diesen Fällen ist es besonders wichtig, die Mediennutzung zu untersuchen und zu betreuen, um ganz nah am Thema arbeiten zu können.“

Andere leiden unter vermindertem Selbstwertgefühl oder einer falschen Selbstwahrnehmung. Denn die vielen schönen und perfekten Bilder vermitteln gerade jungen Menschen ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit. „Es sind nicht alle wunderschön und immer fröhlich. In der Therapie in der BetaGenese Klinik besprechen und lernen die Jugendlichen, dass die Menschen hinter den Kulissen ihrer schönen Profile ebenso real und eventuell problembelastet sind, wie jeder von uns,“ schließt die Oberärztin der BetaGenese Klinik am Rhein, „und wie sie selbst wieder gesund im realen Leben ankommen können.“

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