Diagnosen in Zahlen und Skalen – Genesung wird sichtbar

Wer in die BetaGenese Klinik in Bonn am Rhein kommt, wird während der ersten Woche des Aufenthalts vier psychologischen Testungen unterzogen, die von Martina Matysiak, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, ausgegeben und ausgewertet werden. Sie ist in der BetaGenese Klinik für die Test-Diagnostik und ihre Weiterentwicklung in Absprache mit den Ärzten und Therapeuten zuständig. Die Testungen ergänzen die Befunde des überweisenden Arztes und die ersten Eindrücke des Aufnahmegespräches durch die Ärztinnen und Ärzte der BetaGenese Klinik mit den ganz persönlichen Empfindungen des neuen Klinik-Patienten. Die Auswertungen stützen die Diagnosen und dienen als erste wichtige Therapiegrundlage. Während des Klinikaufenthalts können weitere Testungen hinzugezogen werden, um die Diagnostik und Therapie bedürfnisorientiert zu optimieren.

Aufnahme-Testung – wie ist der psychosomatische Grundzustand in Daten?

Bei der Aufnahme kommen die Standard-Diagnostikverfahren BDI-II, SCL-90-S, ESS und AVEM zum Einsatz. Der BDI-II dient der Bestimmung des Depressionsgrades. Mit der SCL-90-S werden Werte der allgemeinen psychischen Belastung abgefragt. Sie sollen Aufschluss über empfunden Aggressivität/Feindseligkeit, Ängstlichkeit, Depressivität, paranoide Denkweise, phobische Angst, Psychotizismus, Somatisierung, Unsicherheit im Sozialkontakt und die Zwanghaftigkeit des Patienten geben. Ihn ergänzt der AVEM, der gesundheitsförderliche bzw. -gefährdende Verhaltens- und Erlebensweisen bei der Bewältigung von Arbeits- und Berufsanforderungen, erfragt und abbildet. Als letzte Basisdiagnostik kommt die ESS-Testung zur Ermittlung der Tagesmüdigkeit zur Identifizierung möglicher Schlafstörungen zum Einsatz. „Mit vier Tests, die in Papierform ausgefüllt werden, erhalten wir wichtige psychologische und psychosomatische Informationen zum jeweiligen emotionalen Grundzustand unseres neuen Patienten,“ erklärt Martina Matysiak.

Testungen während der Klinikzeit – was ist inzwischen auffällig, woran sollte gearbeitet werden?

Im weiteren Behandlungsverlauf kommen, je nach Patientengesundheit und Therapiefortschritt weitere Tests zum Einsatz. „Das hängt immer von den jeweiligen Diagnosen ab und wird individuell, anhand des Patientenverhaltens ausgegeben,“ erklärt Martina Matysiak. „Die Einzeltherapeuten kennen das Testungsrepertoire und fragen bei Bedarf die Unterlagen an. Anschließend werden die Patientenaussagen ausgewertet und in die Dokumentation aufgenommen.“ Die BetaGenese Klinik am Rhein untersucht – je nach Indikation – die Möglichkeit der Intelligenzminderung oder Hochbegabung, ADHS, Demenzverdacht, weitreichendere Schlafprobleme, Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit, Schmerzen sowie Persönlichkeitsakzentuierung mit den Testbögen. „Je nach Diagnose oder auch Aspekten, die dem Einzeltherapeuten oder der Einzeltherapeutin während der Therapie auffällig erscheinen, kann eine Testung eine Vermutung mit Zahlen und Auswertungskurven bekräftigen.“ Diese Erkenntnisse baut der Behandler dann in die Therapiesitzungen ein, um den Patienten optimal zu begleiten oder durch die Gesprächsgrundlage die kritischen Aspekte aufarbeiten zu können.

War die Therapie erfolgreich? Testungen als Basis der Weiterbehandlung

Kurz vor Therapieende werden die Entlass-Testverfahren (BDI-II, der SCL-90-S und der AVEM) erneut durchgeführt. So können Patient und Behandler das Therapieergebnis anhand des Vorher-Nachher-Ergebnisses sehen und weitere Strategien zur ambulanten Folgebehandlung nach dem stationären Aufenthalt in der Privatklinik am Rhein ausarbeiten.