Sehen – Spüren – Verändern: Mit Biofeedback Stress selbst regulieren lernen

Selbst ist der Patient. In der BetaGenese Klinik in Bonn lernen die Patienten das Zusammenspiel von Körper und Psyche kennen und es selbst zum Positiven zu beeinflussen. Ein Weg der Selbstwirksamkeitserfahrung ist das Biofeedback. Sensoren, die am Körper angebracht werden nehmen Reaktionen des peripheren Nervensystems auf und geben diese in Echtzeit digital auf einem Bildschirm wieder. In Form einer Kurve können Therapeutin Ildikó Müller und der Patient in Echtzeit verfolgen, was im Körper bei bestimmten Stressoren ausgelöst wird – und so daran arbeiten, den Stresslevel aktiv, langfristig und nachhaltig zu beeinflussen.

Mit EEG-Biofeedback (Neurofeedback) arbeitet Ildikó Müller, MSc in Kommunikations- und Betriebspsychologie, seit Jahren und wendet dieses Verfahren im Rahmen einer multimodalen Behandlung bei stressbedingten und psychischen Störungsbildern und Erkrankungen mit Erfolg an.

Ihre Erfahrungen sammelte sie unter anderem als Neurofeedback-Therapeutin in der Psychotherapie Forschungsambulanz der Universität zu Köln, hauptsächlich in der Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit AD(H)S, Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten. Seit 2015 bietet sie in der BetaGenese Klinik sowohl Bio- als auch Neurofeedback- Therapien an und kombiniert diese Verfahren, je nach Störungsbild und Indikation, auch miteinander.

„Zu Beginn einer Behandlungsreihe wird bei den Patienten eine psychophysiologische Diagnostik durchgeführt. Hier werden die Reaktionen von autonomem Nervensystem auf Stressreize gemessen und grafisch dargestellt. Ein gutes Instrument, um zu sehen, wie der Patient physiologisch auf Stressoren reagiert. Gleichzeitig dient dieses auch zur Ermittlung des Ausgangszustands sowie zur Erfolgskontrolle am Ende einer Behandlung“, erklärt die Therapeutin. Dabei werden möglichst viele Parameter wie der Spannungszustand der Muskulatur, Hautleitwert (EDA), Herzrate, Atmung und Hauttemperatur abgeleitet, um den Ist -Zustand in puncto Selbstregulationsfähigkeit genau abbilden zu können. Diejenigen Parameter, die am meisten auf die dargebotenen Stressoren reagiert haben, werden für die nachfolgenden Behandlungseinheiten zum Entspannungstraining gewählt. „In aufeinander aufbauenden Sitzungen arbeiten wir gemeinsam mit dem Patienten daran, zu lernen, wie Entspannung aktiv herbeigeführt werden kann“.

Ildikó Müller erklärt den Patienten genau, wie der Körper auf verschiedene Stressoren reagiert.

„Für einen Großteil unserer Patienten sind berufliche Belastungen und die daraus resultierenden Beanspruchungsfolgen: Stress, Burnout oder Boreout ein Thema. Hier werden spezielle Sitzungen Konzipiert, wo durch das Erzählen sowie die Imagination von erlebten, belastenden Situationen aus dem Beruf und Alltag ausgelöste körperliche Prozesse visualisiert und besprochen werden, um im nächsten Schritt zu lernen, diese aktiv zu beeinflussen und so die Selbstregulationsfähigkeit zu verbessern,“ ergänzt die Kommunikations- und Betriebspsychologin der BetaGenese Klinik.

Im zweiten Teil der Blogs erfahren Sie mehr darüber, wie Patienten ihre Selbstregulation steuern lernen.