Psychische Belastungen durch Schule und Studium sind ein konstantes Problem

Viel Stoff, wenig Zeit und dann auch noch das Erwachsenwerden. Jugendliche und Studierende haben Studien und Umfragen zufolge immer mehr zu bewältigen. Wer sich nicht gut an das System und seine Gegebenheiten anpassen kann, hat häufig mit psychischen Problemen zu kämpfen, die sich zu Krankheitsbildern ausbilden können.

Zu viel Stress gipfelt bei zirka jedem zweiten Schüler (43 Prozent), die im Rahmen des DAK-Präventionsradars 2017 untersucht wurden, in Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen oder Schlafstörungen. Die Studie ergibt zudem, dass Stress und somatische Beschwerden mit den Schuljahren zunehmen. In der BetaGenese Klinik betreuen die erfahrenen Therapeuten um Chefärztin Carmen Fargel und die leitende Oberärztin Dr. med. Sandra von den Driesch junge Erwachsene psychotherapeutisch. Sie helfen ihnen unter anderem bei Reifungskrisen, Schulangst und beraten bei Problemen im persönlichen Umfeld, die für zusätzliche Konfliktsituationen und Ratlosigkeit sorgen.

Studierende sind gestresster als Berufstätige

Das Abitur nach zwölf Jahren und anschließend die Suche nach dem geeigneten Studiengang, Studienort und -platz sind Herausforderungen, die viele Schulabgänger zusätzlich fordern. Der immer noch nicht abgeschlossene Bologna-Prozess und die Prozesse und Anforderungen an die Bachelor- und Master-Platzvergabe machen es auch mit zunehmenden Studienjahren nicht einfacher. 2016 ergab die Auswertung einer Online-Befragung des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam und des Lehrstuhls für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim, dass Studierende in Deutschland überdurchschnittlich gestresst sind. Unter den 18000 befragten gaben 53 Prozent ein hohes Stresslevel an, das aus Zeit- und Leistungsdruck sowie Angst vor Überforderung hervorgeht. Laut dieser Befragung für den AOK-Bundesverband sind 68 Prozent in der Lage, den Stress und die Probleme eigenständig anzugehen.

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Dr. med. Sandra von den Driesch hat schon viel mit jungen Erwachsenen gearbeitet und weiß, wie sie ihnen Tipps und Strategien der Stressbewältigung näherbringen kann.

Psychologische Beratungsstellen an den Universitäten selbst helfen den Betroffenen dabei, mit den Situationen und Herausforderungen umzugehen. Während 2011 noch 26.000 Studierende dieses Angebot wahrnahmen, stieg die Zahl 2015 um 25 Prozent auf 32.000. Die körperlichen Symptome, die damit einhergehen, sind häufig Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Motivationsprobleme bis Lustlosigkeit. Auch psychosomatische Beschwerden können auftreten. Je nach persönlicher Konstitution und familiärem Hintergrund beeinträchtigen auch Depressionen bei Misserfolg, Versagens- und Prüfungsängste die Studienzeit. Manche sehen die Lösung in Rauschmitteln, Tabletten oder Alkohol, was zu noch mehr Problemen führt.

Wenn diese Beratungsstellen nicht mehr genug Unterstützung bieten können, kann ein Klinikaufenthalt oder eine ambulante Therapie Betroffenen helfen, die Erschöpfung zu besiegen und Strategien der Stressbewältigung zu lernen.