Cinetherapie: Wege zur Selbstreflexion und neuen Sichtweisen

Oft ärgern sich Eltern über ihre Kinder, wenn diese ständig auf ihren Smartphones Videos anschauen. Tatsächlich können Videos und Filme jedoch auch eine therapeutische Wirkung haben. Die BetaGenese Klinik in Bonn, eine private Klinik für interdisziplinäre Psychosomatik und Psychiatrie, setzt seit Oktober 2018 in der Jugendlichen-Psychosomatik- und Psychiatrie nun auch die sogenannte Cinetherapie ein. Eine noch junge Therapieform, die erst in den 90er Jahren entwickelt wurde.

„Diese Therapieform ist geeignet, Gefühlen, Gedanken, Stimmungen oder Erfahrungen Ausdruck zu verleihen. Ein Film kann lange verdrängte Konflikte oder Gefühle wieder an die Oberfläche bringen. Filme können helfen, Aggressionen und Ängste zu überwinden, Verständnis zu vermitteln und Kompromisse zu finden. Und sie bieten die Möglichkeit, sich mit den Protagonisten, ihren Problemen und den Problemlösungen zu identifizieren“, erklärt Angelika Rieck, Oberärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie, in der BetaGenese Klinik. Sie setzt die Cinetherapie bevorzugt in der Gruppe ein. Dabei hat sich gezeigt, dass sich dieser Therapiebaustein insbesondere für die Patientengruppe der Jugendlichen sehr gut eignet. Hier helfen Filme unter anderem bei der Klärung von Beziehungsthemen, aber auch bei Kommunikationsproblemen sowie der Veränderung von Wahrnehmungen und Einstellungen. Auch für Erwachsene eignet sich die Cinetherapie gut für die Konfliktverarbeitung und wird auch hier, wenn es für die Behandlung sinnvoll ist, in den Therapieplan eingebunden.

Was Filme so geeignet macht? Sie sprechen den Betrachter in all seinen Sinnen gleichzeitig an und laden auf einer Reise zu sich selbst ein. Wirkung und Nachhaltigkeit des Films beruhen dabei vor allem auf unbewussten Gefühlsprozessen, angestoßen von der Anteilnahme des Betrachters an den filmischen Erzählungen sowie seiner Identifikation mit deren Protagonisten. „In der Folge erkennt der Betrachter vielleicht auch zentrale Aspekte seines eigenen Schicksals und findet einen Zugang zu Konflikten und problematischen Situationen seines Lebens“, so Angelika Rieck weiter. Auf diese Weise fördert die Cinetherapie die Selbstreflexion und Entwicklung neuer Sichtweisen.

Selbstverständlich ist die Cinetherapie nur ein Therapie-Modul unter anderen. In der BetaGenese Klinik wird für Patienten jeder Altersgruppe ein multimodales Behandlungskonzept entwickelt, das unterschiedliche Therapieansätze sinnvoll miteinander kombiniert und genau auf die jeweiligen Patientenbedürfnisse abgestimmt ist – für nachhaltiges Wohlbefinden und Gesundheit.

Mehr über die neue Cinetherapie in der BetaGenese Klinik erfahren Sie hier.