rTMS – Repetitive Transkranielle Magnetstimulation

Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine innovative Möglichkeit, psychische und neurologische Störungen sicher und wirksam zu behandeln: Bei schweren Depressionen, Schizophrenie, Angst- oder Zwangserkrankung, bei einer bipolaren Erkrankung, einer Traumafolgestörung oder auch bei Abhängigkeitserkrankungen und chronischen Schmerzsyndromen hilft die rTMS. Diese Behandlungsform ist seit dem Jahr 2015 in den S3-Leitlinien Depression (s.u.) aufgeführt. Große klinische Studien sowie Meta-Analysen bestätigen die Wirksamkeit der rTMS vor allem bei Depressionen und chronischem Schmerz, weshalb das Verfahren in der BetaGenese Klinik auch vorwiegend zur Behandlung ebendieser Erkrankungen eingesetzt wird.

Individuelle Fragen zu der rTMS Therapie beantworten wir Ihnen gerne auch in einem Gespräch.

Wie funktioniert die rTMS-Behandlung?

Die rTMS ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem gezielt ein bestimmter Teil des Gehirns beeinflusst wird. Der Stoffwechsel der Nervenzellen wird in der betreffenden Hirnregion angeregt, was zu einer Linderung der jeweiligen Symptomatik führt. Dies wird durch eine elektromagnetische „Spule“ erreicht, die oberhalb des Kopfes an einem runden Bogen befestigt ist. Kurze Impulse, die durch die Behandlungsspule gesendet werden, erzeugen Magnetfelder, die sehr schnell an- und ausgeschaltet werden. Das Magnetfeld wirkt bis zu 5 cm tief und erzeugt Um- und Depolarisationen, die Aktivität und Funktion von Nervenzellen in dieser Region verbessern.

Der Patient sitzt während der Behandlung auf einem bequemen Sessel und kann den Kopf komfortabel an der Kopfstütze ablegen. Während der Therapie spürt er neben einem Kribbeln zeitweilig auch ein Zucken der Muskulatur und hört in Abständen ein leises Klickgeräusch. Die Behandlung erstreckt sich über einen Zeitraum von zirka vier Wochen und muss in dieser Zeit täglich erfolgen. Für jede Therapiesitzung ist eine halbe Stunde eingeplant, die Behandlung selbst dauert jedoch nur 10 Minuten.

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Wie wirkt die rTMS?

Das Gehirn ist ein Organ, das mit komplexen bioelektrischen und biochemischen Prozessen zwischen den Zellen und Zellgruppen die „normale“ Funktion herstellt. Erkrankungen des Gehirns und psychische Störungen sind mit einem Ungleichgewicht dieser komplex balancierten Systeme verbunden. Wissenschaftler nehmen an, dass durch die Magnetfelder, die bei der rTMS erzeugt werden, gewissermaßen ein Reset stattfindet und diese komplexen neurobiologischen Schaltkreise wieder normal funktionieren. Die rTMS ist eine nicht-invasive Behandlungstechnik, bei der Magnetwellen auf eine spezielle Hirnregion, die im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild steht, appliziert werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass so Neurotransmitter ins Gleichgewicht gebracht werden, störende Blockaden gelöst und sinnvolle Hemmungen wieder gesetzt werden.

Wann kann die rTMS-Behandlung angewandt werden?

Die Behandlung ist dann möglich und sinnvoll, wenn

  • medikamentöse Standardtherapien nicht oder nicht ausreichend gewirkt haben
  • psychotherapeutische Behandlungen ebenfalls nicht oder nur geringfügig zu einer Verbesserung geführt haben.

Das Ziel der Behandlung ist hier natürlich vor allem die Verbesserung der Stimmung des Patienten. Sehr oft kann es zusätzlich aber auch zur Verbesserung des Schlafs, des Appetits, des Energiehaushaltes und der Konzentration kommen.

Wer trägt die Behandlungskosten?

Immer mehr Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Behandlung mit der repetitiven Transkraniellen Magnetstimulation (rTMS). Sie gehört jedoch noch nicht zum grundsätzlichen Leistungskatalog der Kostenträger. Wir empfehlen Ihnen daher, sich vor Beginn der Behandlung eine verbindliche Auskunft Ihrer Versicherung bzw. der Krankenkasse geben zu lassen.

Unser Abrechnungsmanagement berät Sie gern individuell über die voraussichtlich entstehenden Kosten. Aufgrund einer Vielzahl von Versicherungsanbietern und unterschiedlichen Tarifen kann der Leistungsumfang der Versicherungen stark variieren.

Eine durchschnittliche Behandlung umfasst in der Regel 20 Sitzungen. Für eine Sitzung werden zirka 80 Euro berechnet. Hinzu kommen Kosten für das notwendige ärztliche Vorgespräch, die Diagnosestellung sowie das Abschlussgespräch.

Wann sollte die rTMS-Behandlung nicht angewandt werden?

Aufgrund des Magnetfeldes können bestimmte Patienten nicht behandelt werden. Dazu gehören Patienten mit

  • Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren
  • vorangegangenen Kopf-Operationen mit Metallimplantationen
  • Implantaten der Tiefen Hirnstimulation
  • Cochlear-Implantaten bei Hörverlust
  • bekannter Epilepsie
  • Neuro- oder Biostimulator
  • schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen (zum Beispiel Hirntumor, Lupus erythematodes des Gehirns)
  • Tätowierungen mit metallischen Effekten oder nicht zu entfernende Piercings im Kopf-, Gesichts- und Halsbereich.

Zahnimplantate oder Kronen werden vom magnetischen Feld nicht beeinflusst und sind unproblematisch.

Mögliche Nebenwirkungen und Begleitsymptome von rTMS

Die Funktionsfähigkeit des Gehirns bleibt zu jedem Zeitpunkt der Behandlung vollständig erhalten. Dennoch kann es bei der rTMS gelegentlich zu Nebenwirkungen kommen. Dazu können meist leicht und kurzandauernde Kopf- oder Nackenschmerzen gehören. Auch eine vorübergehende Beeinträchtigung des Hörens kann auftreten. Deshalb empfehlen wir immer einen Gehörschutz bei der rTMS.

Langfristige Sicherheit

Die langfristige Sicherheit der rTMS mit dem Gerät, das in der BetaGenese Klinik in Bonn verwendet wird, wurde in einer klinischen Studie nachgewiesen. Während der gesamten Dauer (16 Wochen) der Behandlung wurde die Therapie sicher vertragen. Darüber hinaus traten während einer dreimonatigen Nachsorgezeit keine negativen Auswirkungen der Behandlung auf. Längerfristige Auswirkungen der Behandlung sind ebenfalls nicht bekannt.