Bio- und Neurofeedback

In der Bio- und Neurofeedback-Therapie der BetaGenese Klinik in Bonn lernen die Patienten, mithilfe von computergestützten Verfahren ihr Befinden aus eigener Kraft gezielt und heilsam zu beeinflussen.

Biofeedback in der BetaGenese Klinik

Biofeedback ist ein Verfahren, das den direkten Zusammenhang zwischen Erleben und Körperreaktion sichtbar macht, dokumentiert und eine bedeutsame Selbstwirksamkeitserfahrung herstellt. Es kann bei einer Vielzahl von stressbedingten und psychischen Störungsbildern sowie schmerzassoziierten Erkrankungen eingesetzt werden. Zu Beginn einer Behandlungsreihe wird eine psychophysiologische Diagnostik durchgeführt, bei der die Reaktions- und Anpassungsfähigkeit des autonomen Nervensystems auf (Stress)-Reize gemessen und grafisch dargestellt werden. Die Therapeuten ermitteln so, wie der Patient psycho-physiologisch auf Stressauslöser reagiert und dokumentieren nun gleichzeitig den Ausgangszustand zu Behandlungsbeginn. Im Anschluss wird ein individualisiertes, computergestütztes Trainingsprogramm über den jeweils notwendigen Zeitraum durchgeführt.

Wie verläuft die Biofeedback-Therapie?

Dem Patienten werden zu Anfang jeder Biofeedback-Therapie Sensoren am Köper angelegt, die die Reaktionen vor allem des vegetativen Nervensystems aufnehmen und in Echtzeit digital auf einem Bildschirm wiedergeben. Dabei werden möglichst viele Parameter wie der Spannungszustand der Muskulatur, Hautleitwert (EDA), die Herzfrequenz, Atmung und Hauttemperatur gemessen und ausgewertet.

Anschließend werden – je nach Beschwerdebild – bestimmte Stressoren ausgelöst, auf die der Patient reagiert. Das können Bilder oder Geräusche sein oder Emotionen, die im Rahmen des Gesprächs entstanden sind. Die Reaktion des Körpers auf die Stressoren wird in Form verschiedener Kurven in Echtzeit digital abgebildet. In der Bio-Feedback-Therapie arbeiten die Patienten in regelmäßigen, aufeinander aufbauenden Sitzungen zusammen mit den Therapeuten daran, diesen biologisch bedingten Stresslevel aktiv, langfristig und nachhaltig zu beeinflussen, um Ängste, negative Stimmungen oder körperliche sowie psychische Überreaktionen zu reduzieren. Übergeordnetes Ziel ist es, selbstwirksam einen eingeübt wachen Entspanntheitszustand bei gleichzeitiger Symptomreduktion herstellen zu können.

Neurofeedback in der BetaGenese Klinik

Das Neurofeedback ist eine Spezialrichtung des Biofeedbacks und wird ebenfalls in der BetaGenese Klinik in Bonn angeboten.

Wie kann es helfen? Das menschliche Gehirn ist nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen bis ins hohe Alter hin form- und veränderbar, es ist somit ‚neuroplastisch‘. Es erweitert seine Möglichkeiten durch neue Eindrücke, Erlebnisse und, wie jeder unserer Muskeln, vor allem durch Training. Besonders veränderungs-, lern- und leistungsfähig ist es auf einem optimalen Erregungsniveau – einer konzentrierten wachen Entspannung. Genau diesen Zustand können Menschen mit psychischen und/oder physischen Beeinträchtigungen kaum mehr erreichen. Die natürliche Erregbarkeit des Gehirns und seine Selbstregulationsfähigkeit sind nicht mehr in einer gesunden Balance.

Genau hier setzt das Neurofeedback an: Das Training unterstützt das Gehirn dabei, aus einer ungünstigen Unter- oder Überspannung in sein optimales Funktionsniveau zu kommen, damit es sich neu organisieren und weiterentwickeln kann. Diese geschieht durch Neurofeedback oft fast anstrengungsfrei und mit Leichtigkeit.

Wie funktioniert Neurofeedback?

Hierbei werden Gehirnströme und ihre Frequenzen mittels partiellem EEG erfasst und für den Therapeuten per Computerbildschirm sichtbar gemacht. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch und einer diagnostischen Testphase wählt er in der Neuro-Feedbacktherapie unter verschiedenen Stimulationsmöglichkeiten und Programmen aus, dazu gehören immer optische Bildreize und -folgen, akustische oder haptische Reize können dazu genommen werden.

Der Patient trägt beim Neurofeedback Sensoren am Kopf, die einen Teil der Gehirnströme und ihre Frequenzen messen und auf den Bildschirm des Therapeuten-Computers übertragen. Auf den Monitor, den der Patient während der Neurofeedbacktherapie anschaut, schaltet der Therapeut nun mit dem Patienten zuvor abgesprochene und therapeutisch sinnvolle Bilder, Filmsequenzen oder Videos.

Die elektrische Aktivität, die Signalgebung und die Frequenzbänder werden individuell und nach den Bedürfnissen des Patienten gewählt. Bei den meisten Methoden nimmt dieser bewusst wahr, ob, wann und wodurch ihm die Aufgabenstellung gelingt, zum Beispiel, indem sich Geschwindigkeit, Farbe oder Ton des gewählten Filmes verändern. Die Elektroden am Kopf des Patienten registrieren die Hirnströme, das Programm integriert es in den Film und der Patient erhält somit ein (Neuro-)Feedback. Durch regelmäßige Wiederholungen der Frequenz-Programmen wird nun das Gehirn des Patienten – ohne aktive Handlung und fast mühelos – zu positiv-entspannten Reaktionen auf die ihm angebotenen Reize trainiert. Dies hat die Harmonisierung der Gehirnströme zur Folge und wirkt sich positiv auf die Psyche aus.

So können die Symptome verschiedenster Störungen, hier vor allem Angst- und Unruhezustände sowie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite mit den im Neurofeedback kennengelernten Techniken selbstwirksam reguliert werden. Auch andere häufige Krankheitsbilder wie Depressionen, Essstörungen, PTBS, Suchterkrankungen und vor allem chronische Schmerzen und Migräne sprechen, durch viele Studien belegt, sehr gut auf Neurofeedback an.