Repetitive transkranielle Magnetstimulation wird in der BetaGenese Klinik erfolgreich eingesetzt

Carmen Fargel berichtet über die rTMS in der BetaGenese Klinik.

Die repetitive transkranielle Magnetstimulation ist ein schonendes Verfahren, das in der BetaGenese Klinik in Bonn unter anderem zur Behandlung therapieresistenter Depressionen, Angst- oder Zwangserkrankung und chronischen Schmerzsyndromen angewendet wird. Sie ist ein Bestandteil des ganzheitlichen Therapieangebots und wirkt auf neurobiologischer Ebene im Gehirn. Durch den gezielten Aufbau von Magnetfeldern wird dort die Nervenzellaktivität – entsprechend der zugrundeliegenden Erkrankung – auf schonende und effektive Weise beeinflusst. Dieses hochmoderne Verfahren bietet die Privatklinik am Rhein seit Herbst 2019 an. Inzwischen sind einige Therapiezyklen abgeschlossen und Carmen Fargel, Chefärztin der Klinik für interdisziplinäre Psychosomatik und Psychiatrie, zieht ein erstes Resümee.

Frau Fargel, wie nehmen die Patientinnen und Patienten das Therapieangebot an?
Die rTMS kann bei vielen Symptomkomplexen ergänzend eingesetzt werden. Sie ist ein Therapiebaustein von vielen, den wir bedürfnisorientiert in die Behandlung einplanen. Im Vorgespräch klären wir unsere Patienten umfassend über die potenziellen Körperreaktionen auf. Die ersten zwei Sitzungen sind für viele Patienten erst einmal ungewohnt.

Es müssen verschiedene Grundeinstellungen vorgenommen und das Stimulationsprotokoll angelegt werden. Dabei muss der Patient eine Kappe tragen, die an das rTMS-Gerät angeschlossen ist, und ein paar Tests mitmachen. Anschließend beginnt die erste Behandlung. Das Klackern der Magnetspule erinnert an das Geräusch eines Kernspintomografen und ist konstant zu hören. Einige beschreiben auch ein leichtes Störgefühl am Kopf und verspüren nach den ersten beiden Behandlungen leichte Kopfschmerzen. Anschließend verschwinden diese Symptome und die Therapiesitzungen werden ohne weitere Beschwerden fortgeführt. Der Körper scheint sich auf die Behandlung einzustellen.

Wie sind die Resultate der ersten Behandlungszyklen?
Wir verfolgen einen multiprofessionellen und integrativen Behandlungsansatz. Alle Bausteine greifen ineinander und erzielen gemeinsam den therapeutischen Effekt. Insgesamt fügt sich die rTMS gut in dieses Konzept ein. Besonders bei der Behandlung von Depressionen wissen wir, dass viele verschiedenen aufeinander abgestimmte Therapiebausteine gut für eine erfolgreiche Therapie sind. Eine unserer Patientinnen litt beispielsweise unter starken Depressionen, die trotz gut eingestellter Medikation und umfassender therapeutischer Maßnahmen nicht abklingen wollte. Bei ihr haben wir auch die rTMS angewandt; nach der Behandlung ist sie förmlich aufgeblüht und ihre Beschwerden wurden kontinuierlich weniger. Für unsere Patientin hat es uns sehr gefreut, dass es ihr mit der Therapieergänzung um die rTMS deutlich besser ging.

Ist die Wirkung der rTMS dauerhaft?
Psychosomatische Erkrankungen sind komplex; eine komplette Remission, beziehungsweise ein potenzieller Rückfall, ist nicht vorhersehbar. Depressionen oder Schmerzsyndrome können auch nach Abschluss der stationären Behandlung wieder auftreten und müssen dann erneut therapiert werden. Dazu kann auch die rTMS beitragen. Führen neurobiologisch dysfunktionale Prozesse dazu, dass die Hirnaktivität wieder aus dem gesunden Takt gerät, kann die rTMS-Behandlung im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie wiederholt werden.