Broken-Heart-Syndrom: Wenn das Herz bricht, muss schnell gehandelt werden

Joe Cocker, Alicia Keys, George Michael – sie und viele andere bekannte Interpreten haben schon davon gesungen: von Herzschmerz, gebrochenen Herzen und großer Trauer. Tatsächlich können heftige emotionale Erschütterungen wirklich ernsthafte, in Einzelfällen sogar tödliche, Herzprobleme verursachen. Dieses Phänomen ist das sogenannte Broken-Heart-Syndrom.

Die Gründe können vielfältig sein: Stress, Liebeskummer oder der Tod eines geliebten Menschen. Sogar sehr positive Überraschungen wie ein Lottogewinn können das sogenannte Broken-Heart-Syndrom auslösen.
Seine Symptome sind denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich. In beiden Fällen ist eine Diagnose sehr wichtig, um langfristige Schäden zu verhindern. Wird ein Broken-Heart-Patient umgehend intensivmedizinisch und richtig behandelt, haben sich die auslösenden Veränderungen am Herzen, etwa eine stark vergrößerte Herzkammer, meistens schon nach wenigen Wochen wieder zurückgebildet.

Am krankhaft „gebrochenen Herzen“ leiden überwiegend Frauen in und nach den Wechseljahren. Eine Erklärung hierfür kann der absinkende Östrogenspiegel sein, der das Herz anfälliger für Adrenalinschübe macht. Männer hingegen leiden seltener am Broken-Heart-Syndrom. Es gibt unterschiedliche medikamentöse Behandlungsalternativen. Dazu zählen unter anderem die Gabe von Betablockern, Blutverdünnern und Diuretika. Ein einheitliches Behandlungskonzept gibt es allerdings bisher noch nicht.

Dazu Carmen Fargel, Chefärztin der BetaGenese Klinik GmbH, Privatklinik für interdisziplinäre Psychosomatik und Psychiatrie in Bonn: „Die Auslöser sind massive und belastende Erlebnisse. Die Verbindung zwischen Körper und Psyche ist das vegetative Nervensystem. Deshalb sollten sich Patienten neben der medikamentösen vor allem auch in psychosomatische Behandlung begeben. Sie verarbeiten dann mit den Therapeuten die Erlebnisse und entwickeln Strategien zur Stressbewältigung.“

Ein interessanter Beitrag zum Thema ist auf thieme.de zu lesen.