Vorsicht – Schmerzmittel können die Schmerzursache sein

Kopfschmerzen hat jeder einmal und mit einer Schmerztablette ist der Kopf oft schnell wieder frei. Bei übermäßigem Gebrauch – auch verschreibungsfreier Mittel – können genau diese jedoch auch Ursache des Leidens sein. Carmen Fargel ist Chefärztin der BetaGenese Klinik. Einer ihrer medizinischen Schwerpunkte ist die Spezielle Schmerztherapie. Patienten mit anhaltendem Kopfschmerz rät sie, sich dringend untersuchen zu lassen, um die Ursache zu finden. „Schmerz ist sehr individuell. Wer jedoch zu häufig Schmerzmittel einnimmt, kann an sogenanntem medikamenteninduzierten Kopfschmerz erkranken,“ erklärt die Schmerzexpertin aus Bonn.

Denn hier ist der Übergebrauch ein Teil der Ursache des Schmerzes. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) gehen davon aus, dass in Deutschland mindestens eine halbe Million Menschen an medikamenteninduzierten Kopfschmerzen leiden. „Kopfschmerzpatienten, die pro Quartal mindestens an 15 Tagen über Kopfschmerzen klagen und dagegen schmerzstillende Medikamente einnehmen, sollten dringend einen Facharzt aufsuchen,“ erklärt Carmen Fargel weiter. „Es ist wichtig, die Schmerzursache zu erkennen und im Falle eines zusätzlich durch Medikamente ausgelösten Kombinationskopfschmerzes unter medizinischer Betreuung Behandlungsalternativen aufzuzeigen.“

Dies kann auch während eines ambulanten oder tagesklinischen Aufenthaltes in einer Klinik erfolgen. Hier lernen Patienten Möglichkeiten kennen, aktiv auf Schmerzmittel zu verzichten. „Verschiedene Entspannungsverfahren, Bio- und Neurofeedback, Körper- und Physiotherapien sowie zum Beispiel auch Hypnose helfen Schmerzpatienten dabei, den eigenen Körper ohne Medikamente zu beruhigen und so das Stress- und Anspannungsniveau zu senken und den Fokus im Alltag umzulenken,“ schließt die Chefärztin der BetaGenese Klinik.

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Auf spiegel.de finden Sie einen Beitrag zum Thema
Zur Meldung „Neue Leitlinie Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerzmitteln: eine halbe Million betroffen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

 

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