Traumatherapie in der BetaGenese Klinik – phasenweise gesund werden

Durch ein Trauma, eine körperliche oder auch seelische Verletzung, kann ein körpereigener Schutzmechanismus aktiviert werden. Wenn die Psyche ein schlimmes Ereignis nicht verarbeiten kann, verschiebt das Gehirn das Geschehen unter Umständen ganz oder teilweise in den unbewussten Bereich. Dies dient zum individuellen Schutz und soll das psychische Überleben sichern. Doch solche unverarbeiteten traumatischen Prozesse können zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Suchterkrankungen führen. In der BetaGenese Klinik in Bonn arbeitet Traumatherapeutin Carola Thüringer mit ihren Patientinnen und Patienten daran, das Schockerlebnis zu identifizieren, es dem Bewusstsein vorsichtig wieder zugänglich zu machen und durch den Prozess der Verarbeitung, die psychische Belastung aufzuheben. Ein mehrstufiger Prozess, für den vor allem eines wichtig ist: ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Patienten und ihrer Therapeutin.

Klassischerweise verläuft die Traumatherapie in vier Phasen. Zu Beginn muss der Patient Vertrauen zu seiner Therapeutin aufbauen können, um gezielte Traumaarbeit leisten zu können. „Was sie oder ihn bewegt und welche Beschwerden oder Einschränkungen aus dem schockierenden Erlebnis resultieren, erfahre ich in den ersten Stunden der Behandlung. Hierbei höre ich genau zu und lasse den Patienten in der Sitzung ankommen,“ beschreibt Carola Thüringer die Kennenlernphase. Die erfahrene Therapeutin arbeitet sich mit dem Patienten langsam an das Trauma heran, um einschätzen zu können, wie die Folgephasen gestaltet werden sollten.

Zur Galerie: Carola Thüringer bei der Vorbereitung einer Therapiesitzung mit Aufstellungsarbeit.

Die Stabilisierungsphase

In der Stabilisierungsphase geht es darum, geistige, seelische und körperliche Ressourcen – Gegengewichte für die Flashbacks – kennen und nutzen zu lernen. Dazu wendet die Therapeutin der BetaGenese Klinik zum Beispiel Imaginationsübungen an, wie etwa die Vorstellung und das innerliche Erleben des sogenannten „inneren sicheren Ortes“. Auch das Abrufen einer besonders schönen Erinnerung hilft, um die akute Angstphase gezielt mit einer anderen Impression zu überschreiben. „Gemeinsam mit dem Patienten erarbeiten wir eine Auswahl an Hilfsmitteln, die zur Stabilisierung dienen.“ Eigene Ressourcen und externe Hilfsmittel, wie sie etwa in der „Stabi-Kiste“, der Stabilisierungskiste der BetaGenese Klinik, zu finden sind, helfen gleichermaßen.

Zur Galierie: In der Skillskiste sind Gegenstände für alle Sinne enthalten. Diese helfen dem Patienten etwa dabei, die Gedanken umzufokussieren oder sich zu beruhigen.

„In der Kiste sind Gegenstände für fast alle Sinne enthalten, die nach Bedarf ausprobiert und für sich entdeckt werden können.“ Beruhigende Öle für den Geruchssinn, feurige Pfefferkörner oder Chili-Fruchtbonbons zur geschmacklichen Ablenkung helfen, aufkommende Panik und negative Gefühle selbst zu beeinflussen. Kräftigere Impulse geben Akupunkturbälle oder Ringe, die mit ihren spitzen Enden nicht nur die Durchblutung fördern, sondern durch den Reiz auch ablenkend wirken. Ähnlich wie intensive Wärmesalbe, die auch in der Kiste vorzufinden ist.

Die Trauma-Exposition

Ist eine Grundstabilität erreicht, können die Patienten unter der Führung von Carola Thüringer gezielt an ihrem Trauma arbeiten. Mit speziellen Techniken, worunter unter anderem Hypnose, sogenannte Screen- oder Bildschirmtechniken und Eye Movement Desensitization Reprocessing (EMDR) fallen, wird das Erlebte sukzessive ins Bewusstsein geholt und schrittweise besprochen und bearbeitet. Ziel jeder Trauma-Exposition ist es, das Erlebnis unter professioneller Leitung verarbeiten zu lernen. „Durch das intensive Gespräch können die Patienten Sachverhalte besser verstehen und einordnen. Mit Hypnosetechniken kann ich, wenn es notwendig ist, Gedächtnislücken schließen und mittels EMDR Verarbeitungsprozesse im Gehirn anstoßen,“ so Carola Thüringer weiter über ihr Vorgehen.

Trauerphase und Neuorientierung

Die letzte Stufe der Therapie ist die Phase der Trauer und Neuorientierung. Ein Trauma kann großen Einfluss auf die Persönlichkeit nehmen und sie prägen. Weil das Erlebte extrem belastend sein konnte, braucht es Raum, Zeit, Trauer und vor allem auch Respekt, um es verabschieden zu können und so die seelische Belastung möglichst dauerhaft aufzulösen.

„Es ist in Ordnung, das Erlebte zu betrauern. Doch muss es anschließend auch weitergehen. In der Phase der Trauer und Neuorientierung unterstütze ich dabei, mit dem Trauma abzuschließen und neue Perspektiven zu entwickeln,“ schließt Carola Thüringer.