Psychologische Herausforderung – Den Klimawandel ernst nehmen

Die Erderwärmung gefährdet den Lebensraum der Menschheit und ist eine reale Bedrohung. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass der Klimawandel und die damit einhergehende ökologische Krise intuitiv unterschätzt werden. Psychische Abwehrprozesse sind hierfür verantwortlich und müssen systematisch und vor allem zügig außer Kraft gesetzt werden, um die Notwendigkeit des Handelns in den Köpfen der Menschen in allen Schichten der Gesellschaft gleichermaßen zu verankern.

Klimawandel – Akzeptanz und Veränderung sind Prozesse, die Zeit und Betreuung brauchen

Menschen zu einer gesunden Verhaltensänderung im Hinblick auf Umwelt- und Klimabewusstsein zu bewegen, ist vor allem eine psychologische Herausforderung. „Die Mechanismen, weshalb der Mensch die Gefahr unterschätzt, müssen aufgedeckt, besprochen und überwunden werden. Denn viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie selbst Teil der Veränderung sein können und auch müssen“, erklärt Carmen Fargel, Chefärztin in der BetaGenese Klinik in Bonn. „Parallel dazu müssen wir auf die Existenzängste und andere psychische Störungen sowie Verdrängungsmechanismen, die sich in Form von Handlungsunfähigkeit äußern, vorbereitet sein und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten anbieten.“ Sie können mit der Realisierung einhergehen und müssen medizinisch begleitet und aufgearbeitet werden, damit die Angst vor der Veränderung den dringend notwendigen Wandel im menschlichen Denken und Handeln nicht ausbremst.

Studien belegen, dass der Zustand der Umwelt sich auf vielfältige Art und Weise auf das menschliche Erleben, Verhalten und die Gesundheit auswirkt. Ein Beispiel hierfür sind Extremwetterereignisse, die in kürzester Zeit die gewohnte Lebensumgebung zerstören. Das kann neben körperlichen Beschwerden auch weitreichende psychologische Probleme verursachen. Solche Krisen können sich mit fortschreitendem Klimawandel häufen. Fargel: „Neben den grundlegenden Ängsten, die durch die Belastung durch den Klimawandel auf die Menschen zukommen, müssen wir als Therapeuten uns auf eine wachsende Anzahl an Patientinnen und Patienten einstellen, die unter dem einen oder anderen klimawandelbedingten psychologischen Problem leiden.“

Psychologists 4 Future – ein Berufszweig nimmt die Verantwortung an

Ähnlich wie Scientists4Future nimmt sich auch die Initiative Psychologists4Future dem Thema an. Die Psychologinnen und Psychotherapeutinnen möchten mit ihrer Expertise einen Beitrag zur Akzeptanz und Bewältigung der psychologischen Herausforderungen leisten, die der Klimawandel mit sich bringt.

Mehr dazu erfahren Sie online unter psychologistsforfuture.org

Foto: Will Cornfield auf Unsplash.