Praxisnah das Zusammenspiel von Psyche und Soma besser kennenlernen – ein Praktikumsbericht

Aya studiert Psychologie an der Universität zu Köln. Nach dem Studium möchte sie psychologische Psychotherapeutin werden. Eines ihrer Praktika in der BetaGenese Klinik in Bonn zu absolvieren, lag der 21-Jährigen sehr am Herzen – die Klinik an sich und der somatische Schwerpunkt begeistern die junge Frau. Während ihrer Zeit in der Bonner Privatklinik für Psychosomatik und Psychiatrie lernt sie mehr über das Zusammenspiel von Körper und Geist, schnuppert in die Arbeit einer Therapeutin hinein und arbeitet vor allem mit jungen Patientinnen und Patienten mit psychosomatischen Symptomen.

Angeleitet und betreut wird Aya von Martina Matysiak, die in der BetaGenese Klinik als Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin tätig ist. Von ihr lernt Aya mehr über die psychologische Testdiagnostik und die Implementierung neuer Testverfahren. „Von Frau Matysiak erfahre ich viel über die verschiedenen Testdiagnostik-Verfahren, die in der Klinik angewendet werden. Hierzu gehören unter anderem das Beck-Depressions-Inventar-II (kurz: BDI-II) und die Symptom-Cheklist-90-Standard (SCL-90-S). Mit den Testungen kann man den Ist-Zustand vom Anfang der Therapie mit dem nach Therapie-Abschluss vergleichen. Die Tests machen den Therapiefortschritt und -erfolg sichtbar. Auch habe ich die Untersuchung der AVEM (Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmuster) und den DTCQA (Alkoholabstinenzzuversichtsmessung) kennen und verstehen gelernt. Ich durfte Frau Matysiak dabei unterstützen, die Intelligenzquotientmessung in Form des WAIS-IV einzuführen. Das war sehr spannend,“ erklärt Aya.

Zu den Bildern: Die Bögen werden handschriftlich ausgefüllt. Aya digitalisiert die Inhalte und ordnet sie den Patientenakten zu.

Wenn sie nicht gerade an der Auswertung der Testdiagnostik mitarbeitet, begleitet die Studentin eine Gruppe der adoleszenten Patientinnen und Patienten in ihrem Therapiealltag und ist für die Abendbetreuung zuständig. „Die Gruppe war mit meinem Beisein bei ihren gruppentherapeutischen Einheiten einverstanden. Für mich ist dies eine sehr wertvolle Erfahrung, ganz nah am und im Behandlungsalltag zu sein. Das Therapieangebot in der BetaGenese Klinik ist so wunderbar vielfältig. Wie alles ineinander greift und welche Fortschritte die Patientinnen und Patienten machen, kann ich in der Gruppe sehr gut mitverfolgen.“ Die stationären Adoleszenten betreut Aya auch am Abend. „Ich überlege mir, was wir unternehmen könnten. Manchmal gehen wir spazieren oder schauen gemeinsam einen Film. So bekomme ich einen anderen Zugang zu den Patienten und kann ihnen in privaterem Rahmen Hilfestellungen geben.“

Praxis und Vielfalt pur – Lernen in der BetaGenese Klinik

Bei der Wahl der Klinik für ihr Praktikum suchte Aya sich bewusst eine Privatklinik aus. „Nachdem ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Klinik in öffentlicher Trägerschaft absolviert habe, wollte ich ein privates Haus kennenlernen. Der familiärere, wertschätzende und unterstützende Umgang der Teams mit den Patienten und auch miteinander, die Angebotsvielfalt und die intensive Betreuung der Patienten haben mich für die BetaGenese Klinik in Bonn begeistert.“ Auch der somatische Schwerpunkt war ausschlaggebend für Ayas Bewerbung in der BetaGenese Klinik. „Es war für mich immer schon faszinieren, wie die Psyche unser Soma beeinflussen kann. Die Psychosomatik als Schnittstelle zwischen Psychologie und Medizin wollte ich unbedingt näher kennenlernen. Umso mehr habe ich mich über die Zusage gefreut.“

In ihren bisher drei von insgesamt dreieinhalb Monaten hat Aya einen umfangreichen Eindruck der Arbeit in einer Privatklinik gewonnen. Neben Testungen, dem Therapiealltag und der Betreuung der jüngeren Patienten, hat sie auch in der Pflege hospitiert und organisatorische Abläufe wie das Verfassen von Entlassbriefen begleitet. „Mein schönstes Erlebnis im Praktikum? Zu sehen, wie die Patienten Vertrauen zu mir fassen und mich als jemanden, der ihnen helfen möchte und kann wahrnehmen. Das bestätigt mich darin, dass die Arbeit in der Psychologie der richtige Weg für mich ist,“ schließt die Studentin.