Nachgefragt: Karina Kranz erzählt über ihr Praktikum in der BetaGenese Klinik

Karina Kranz interessiert sich für das Zusammenspiel von Körper und Psyche und wie sie einander gesundheitlich bedingen. Ein Praktikum in der BetaGenese Klinik hat der psychologieinteressierten jungen Frau einen Eindruck von der Arbeit in einer Klinik mit genau diesem Schwerpunkt vermittelt. Die Zeit und Erfahrungen mit den Therapieverfahren und Patienten hat sie weiter in ihrem Berufswunsch bestärkt, später therapeutisch zu arbeiten. Für uns hat sie ihre Erlebnisse in Worte gefasst.

Im Frühjahr 2018 habe ich in der BetaGenese Klinik ein Praktikum gemacht, denn ich wollte für mein Psychologiestudium mehr über die Arbeit einer psychosomatischen Klinik erfahren. Ich begleitete durchgängig eine Therapiegruppe, die meinem Beisein natürlich zuvor zugestimmt hat. Eine Therapiegruppe ist eine Patientengruppe, die in dieser Konstellation verschiedene Therapieformen wie Kunst-, Körper-, Musik- und Psychotherapie zusammen durchläuft. In den Gruppentherapien, denen ich beiwohnen durfte, überraschte und freute mich vor allem die Offenheit der Patienten und wie sehr sie sich gegenseitig unterstützt und bestärkt haben. Ich wurde von ihnen – trotz meiner Rolle als fremde Beobachterin – freundlich und offenherzig aufgenommen. Ein Ereignis, das mir gleich bei meiner ersten Körpertherapiesitzung in Erinnerung geblieben ist, war die besondere Entwicklung eines Patienten mit Zwangsstörung. Er ist trotz eines Wasch- und Reinigungszwangs barfuß in Strümpfen über den Boden des Therapieraumes gelaufen. Die Gruppe war sichtlich stolz auf ihren Mitpatienten und nannte ihn einen „Helden“ dafür, was er über seine Angst hinweg geschafft hat. Er selbst dankte dann auch der Gruppe, dass er diesen Fortschritt auch ihrer Hilfe zu verdanken habe. Das war einfach eine schöne Gruppendynamik.

Um mehr über die therapeutische und medizinische Arbeit zu erfahren, nahm ich an den täglichen Teamsitzungen der in der Klinik teil. Dort werden die Beschwerden der einzelnen Patienten besprochen und die jeweilige Entwicklung sowie Therapieerfolge oder -schwierigkeiten erörtert. Außerdem wurde ich mit zwei Verfahren der psychologischen Testung vertraut gemacht. Unter der Anleitung meiner Mentorin Martina Matysiak, psychologische Psychotherapeutin, habe ich zwei psychometrische Testverfahren kennenlernen und auswerten dürfen: Das BDI-II (Beck-Depressionsinventar) und die SCL-90-S (Symptomcheckliste). Beide werden am Anfang und kurz vor Ende der Behandlung vom Patienten in Papierform ausgefüllt. Die Erst-Testung zeigt den Ist-Zustand des Patienten und hilft den Medizinern und Therapeuten bei der Behandlungsplanung und Einschätzung des Krankheitszustandes. Das war eine spannende Aufgabe. Einen Test, den sogenannten Stress-Test, habe ich auch an mir selbst durchgeführt. Hier wird die Gehirnaktivität unter wechselnden Stress- und Ruhe-Situationen gemessen und ich habe sogar etwas über meine eigene Stressbewältigung gelernt.

Das gesamte Team der Klinik hat mich sofort herzlich aufgenommen und mir den Arbeitsalltag und alle Therapiemöglichkeiten in der BetaGenese Klinik erklärt. Dabei habe ich nie das Gefühl vermittelt bekommen, jemandem mit meinen Fragen zur Last zu fallen, sondern die Kollegen haben sich viel Zeit genommen, mir alles genau zu erklären.