Zwangserkrankungen

Zwangserkrankungen führen oft zu einer sehr eingeschränkten persönlichen Freiheit und tatsächlichen, praktischen Einschränkungen im täglichen Leben. Meist beansprucht die notgedrungene Beschäftigung mit Zwangsgedanken- oder Handlungen viel Zeit des Tages und verursacht damit weitere Lebenseinschränkungen. Auf der Suche nach innerer Sicherheit geben diese schwer zu unterdrückenden Zwänge zwar scheinbaren Halt und Struktur, dienen jedoch primär der Vermeidung von inakzeptablen Impulsen und Angst. Sie verlieren zunehmend ihren Sinn und neigen dazu, sich auf hoch unökonomische Weise auf immer mehr Lebensbereiche auszuweiten. Es entsteht ein nachvollziehbares, sehr quälendes Erleben mit großen Bemühungen, diese sehr schambesetzte Störung zu verheimlichen.

Ursachen von Zwangserkrankungen

Für die Ursachen von Zwangserkrankungen spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen, kann dies die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich erhöhen. Zu diesen Risikofaktoren zählen genetische Veranlagung, Erziehungsstile, seelische Belastungen, eine besonders starke Durchblutung bestimmter Hirnbereiche und die Persönlichkeitsstruktur.

Symptome von Zwangserkrankungen

Die Betroffenen können das dauernde Wiederholen von meist unsinnigen Handlungen nicht so einfach unterlassen, dies ist oftmals für Außenstehende nicht zu verstehen. Symptome von Zwangserkrankungen äußern sich durch Gedanken oder Handlungen, die der Betroffene zwar für sinnlos empfindet, sie aber dennoch nicht unterlassen kann. Der Versuch sich gegen diese Impulse zu wehren führt zu einer starken inneren Unruhe und Spannung. Man unterscheidet bei den Zwangserkrankungen zwischen Zwangsimpulsen, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

Behandlung von Zwangserkrankungen

Die Behandlung von Zwangserkrankungen hat unterschiedliche Therapieansätze. Studien zufolge funktioniert die Kombination aus einer medikamentösen Behandlung und Psychotherapie bei Zwangsgedanken am erfolgreichsten. Sobald sich die ersten Zwangssymptome feststellen lassen, sollte man bereits professionelle Hilfe aufsuchen, da die Erfolgschancen zu Beginn einer solchen Erkrankung am besten sind. Die Behandlung von Zwangserkrankungen zielt darauf ab mit verbleibenden Zwangssymptomen umgehen zu können. Die kognitive Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit der Entstehung der Zwänge, damit die Betroffenen diese besser nachvollziehen können. Es werden Situationen ermittelt, in denen Zwangshandlungen oder –Gedanken auftreten und wodurch diese ausgelöst werden.

Das Aufsuchen fachärztlicher Hilfe ist gerade bei dieser Erkrankung gleichsam eine große Hürde jedoch medizinisch dringend erforderlich.