Körpertherapie in der BetaGenese Klinik Teil 2: Körper und Geist

Im ersten Teil zur näheren Erläuterung des körpertherapeutischen Konzepts der BetaGenese Klinik stellten Jörg Junker und Marek Schwenk die grundsätzliche Bedeutung der Körpertherapie in der BetaGenese Klinik vor und schlossen damit, zwei ihrer Patientengruppen zu skizzieren.
Viele Patienten, die in die BetaGenese Klinik kommen, haben das Gefühl für ihren eigenen Körper – das Sprachrohr ihrer eigenen Bedürfnisse – verloren. Das führt dazu, dass sie nicht mehr auf seine Signale hören, beziehungsweise weghören und sie ignorieren. Bei gleichbleibender Belastung können daraus mit der Zeit psychosomatische Krankheitsbilder entstehen. Diese erstrecken sich von Rücken-, Knie- oder Magenbeschwerden über Herzprobleme bis hin zu dauerhaften Kopfschmerzen, Angst- und Panikattacken sowie Depressionen oder der Ausbildung von Zwangshandlungen.
Während ihrer Behandlungszeit in der Klinik lernen sie, sich ihrem Körper wieder anzunähern und auf seine Bedürfnisse zu hören. Dabei werden sie von unserem breitaufgestellten und erfahrenen Team unterstützt.
Als leitender Körpertherapeut erlebt Jörg Junker tagtäglich, wie die Patienten in zwei Bereichen Hilfestellung erhalten, sodass Körper und Geist wieder zueinander finden können: „Wir behandeln Schmerzen symptombezogen durch strukturell wirksame Bewegung sowie passende manuelle Techniken. Gleichzeitig arbeiten wir in Unterstützung der psychotherapeutischen Maßnahmen mit daran, die inneren Ursachen und Zusammenhänge zu klären und neue Optionen aufzuzeigen. Hierbei verfolgen wir das Ziel ‚Innen‘ und ‚Außen‘ wieder in Gleichklang zu bringen.“

Die Herausforderung der Körpertherapie

Zu starke Überlastung kann zu einem Burn-out führen. „So einen Patienten wieder für den eigenen Körper zu sensibilisieren, ist zu Beginn der Therapie eine anspruchsvolle Aufgabe. Über die langsame und bewusste Wiederholung einfacher Bewegungen erleben die Patienten mit der Zeit einen Wandel der Selbstwahrnehmung. Von der passiven Einstellung, dass schon alles seinen selbstverständlichen Sinn und Zweck hat, entwickeln sie wieder ein Bewusstsein für ihre Innenwahrnehmung und Gefühle wie kalte Füße, Bauchgrummeln oder ein Drücken in der Brust. In diesem Sinne arbeiten wir hier in Bonn auf somatischer Ebene im klassischen Sinne therapeutisch begleitend“, erklärt Jörg Junker weiter.

Werkzeuge zur Selbsthilfe lernen

Marek Schwenk ist Sport- und Bewegungstherapeut mit Zusatzqualifikationen, die von Orthopädie bis Psychosomatik reichen. Er bringt seinen Patienten bei, sich selbst zu helfen, wenn ein Tief kommt, indem sie auf eigene Ressourcen zurückgreifen lernen: „Bei depressiven Patienten nutze ich gern die Sportgeräte und Trainingsmöglichkeiten der Beta Sport und Reha, den Sport- und Rehabilitationsbereich der Beta Klinik. Sich einmal richtig auszupowern schüttet Endorphine aus und führt so zu einem guten Körpergefühl. Ein anderes Werkzeug, das meine Patienten nutzen lernen, sind schöne Erinnerungen. Depressive Patienten lernen dann, diese bei einem nahenden Schub aktiv aufzurufen und sich selbst aufzubauen. Entspannungsübungen und progressive Muskelrelaxation helfen auch, um wieder aus dem Tief zu kommen. All das sind Werkzeuge, die in der Körpertherapie angeboten werden und die die Patienten im Alltag für sich nach Notwendigkeit nutzen können.“

Cranio-Sacral-Therapie: Auswirkungen von Berührungen auf die Psyche

Eine weitere Methode ist, durch gezielte Berührungen den eigenen Körper wieder besser kennen und erfahren zu lernen. Hierfür bietet die BetaGenese Klinik die Cranio-Sacral-Therapie an. Die Therapeuten fördern dabei das intensivere Erleben des Körpers und betroffene Patienten können auf Basis direkter Rückkopplung Spannungserleben und Auswirkung auf die Befindlichkeit vertiefend wahrnehmen und lernen, die Signale zu akzeptieren und zu deuten. Ein verbessertes Verhältnis zum Körper führt auf geistiger Ebene zu der Erkenntnis, dass er eben nicht gegen einen arbeitet und wirkt dadurch der gefühlten Hilflosigkeit entgegen.
Eine Hauptaufgabe der Körpertherapie besteht in der Hilfe zur Selbsthilfe. Denn nur die individuelle Mitarbeit und die Übernahme von Selbstverantwortung können dazu beitragen, physische und psychische Blockaden, Stress, chronische Verspannungen und ungesunde Lebensgewohnheiten langfristig zu behandeln.